Was Sie sehen
Sie folgen einem Weg rund um die Burg und ihre Werkstätten. Steinbrecher spalten den Sandstein, Steinmetze behauen die Blöcke, Maurer ziehen die Mauern hoch, und Zimmerleute bauen Gerüste und Dachstühle. Um sie herum üben Holzfäller, Schmiede, Ziegelmacher, Seiler und Fuhrleute mit Werkzeugen jener Epoche ihr Handwerk aus. Alles entsteht aus Stein, Holz und Erde vom Gelände. Die Bauleute erklären ihre Methoden bei der Arbeit, und die Burg verändert sich mit jeder Saison ein wenig.
Geschichte
Die Idee stammt von Michel Guyot, Eigentümer und Restaurator des nahen Château de Saint-Fargeau, und von Maryline Martin, die Leiterin des Projekts wurde. Sie wählten einen alten Steinbruch aus eisenhaltigem Sandstein im Wald von Guédelon, nahe an Holz, Lehm und Wasser, so wie es mittelalterliche Baumeister getan hätten. Ein wissenschaftlicher Beirat aus Burgenexperten begleitet das Vorhaben, und die Pläne zeichnete Jacques Moulin, Chefarchitekt der historischen Monumente.
Der erste Stein wurde am 20. Juni 1997 gelegt. Die Burg folgt dem Vorbild aus der Zeit Philipp Augusts, mit sechs Rundtürmen, die durch Kurtinen und einen Wehrgang auf einem Umfang von etwa 150 Metern verbunden sind. Die Arbeit schreitet voran wie im Mittelalter und löst ein Problem nach dem anderen. Die Baustelle ist zu einem Zentrum der experimentellen Archäologie geworden und zugleich ein Ausflugsziel.