Was Sie sehen
Der Rundgang beginnt in der zentralen Halle unter dem Metalldach, an deren Ende das gemeißelte romanische Portal aus Anzy-le-Duc steht, fast 900 Jahre alt. Rundum zeigen helle, von oben belichtete Galerien italienische, spanische, flämische und französische Gemälde des 17. und 18. Jahrhunderts, viele zum Thema der Eucharistie, dazu Skulpturen und Goldschmiedearbeiten. Jedes Jahr stellt eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst neue Werke neben die alten Meister, und unter dem Glasdach finden bisweilen Konzerte statt.
Geschichte
Die Idee stammte vom Jesuiten Victor Drevon, der in der Stadt des Heiligsten Herzens ein Museum mit Bibliothek zur Eucharistie schaffen wollte. Baron Alexis de Sarachaga, 1840 in Bilbao geboren, lernte ihn bei der Wallfahrt von 1873 kennen und widmete dem Vorhaben sein Vermögen; zwischen 1881 und 1884 trug er Kunstwerke aus ganz Europa zusammen. Der Pariser Architekt Noël Bion errichtete das Museum zwischen 1890 und 1893. Sein Name kommt vom griechischen hieros, heilig.
Die Bibliothek wurde 1948 verkauft, und Anfang der 1990er-Jahre schloss das Gebäude nach einem Wasserschaden. Die Stadt ließ es 2005 vollständig restaurieren und machte es zu einem städtischen Museum mit dem Label Musée de France; das Gebäude steht seit 2015 unter Denkmalschutz. Im November 2024 raubten bewaffnete Täter Teile seines wertvollsten Stücks, der Via Vitae des Pariser Juweliers Joseph Chaumet, seit 2000 nationales Kulturgut, und die Stadt will das Werk nach der Restaurierung wieder zeigen.